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LegalTech - Synergien zwischen Rechtstheorie und Software Engineering

Last modified Jun 22

Fragen, Ziele und Inhalt des Seminars

Der Siegeszug der Informatik hält seit vielen Jahren an. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie zum Beispiel der generische Einsatz von Technologien zur Datenverarbeitung, Prozessunterstützung, Kollaboration und Vernetzung von Daten. Die zunehmende Digitalisierung der Welt kann nicht bestritten werden.

Um das volle Potential der Informatik ausschöpfen zu können, ist es notwendig, dass sie sich auf das jeweilige Problem anpasst. Genau das geschieht in der interdisziplinären, aber gerade sehr aktuellen Disziplin Rechtsinformatik (Legal Informatics). Rechtswissenschaftler, Rechtspraktiker, Informatiker und Software Entwickler arbeiten zusammen um intelligente Lösungen zu entwickeln. Die Probleme die dabei adressiert werden, sind vielfaltig. Einerseits möchte man bei der Suche und beim Finden relevanter Informationen in Rechtsliteratur unterstützen (Information Retrieval). Andererseits wird auch versucht, durch angepasste und spezielle Logiksysteme, das Ableiten neuer Information (Reasoning & Artificial Intelligence) und die Abbildung juristischer Argumentationsprozesse (Defeasibility & Non-monotonicity) zu ermöglichen. Daneben gibt es noch zahlreiche Ansätze intelligenter und automatisierter Analyse (Cognition & Machine Learning) verschiedenartiger textueller Daten strukturierte Informationen über relevante Eigenschaften normativer Texte abzuleiten, die als Heuristiken dienen können. Diese erlauben Aussagen über ökonomische und perspektivische Aspekte zu treffen.

Das Seminar wird gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Privatrechtstheorie von Professor Grigoleit durchgeführt. Hierbei werden insbesondere die Themen einander abgestimmt um optimalerweise Tandems aus zwei Themen (ein(e) TUM Student(in) und ein(e) LMU Student(in)) zu bilden. Dadurch soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt werden. Der Austausch zwischen den jeweiligen Studenten ist jedoch optional und nicht verpflichtend. Die Blockveranstaltung zum Seminar findet entsprechend gemeinsam mit der LMU statt. 

Lernziel

Im Rahmen dieses Seminars wird, ausgehend von der Differenzierung zwischen Information Retrieval und Artificial Intelligence, untersucht, wie die Informatik die Rechtswissenschaft und Rechtspraxis unterstützen kann. Anhand aktueller Arbeiten werden unterschiedliche Technologien (Natural Language Processing, Ontologien, Logiksysteme), Methoden und deren Anwendung in einem interdisziplinären Kontext beleuchtet.

Themenblöcke (vorläufig)

1    Information Extraction: NLP: Named Entity Recognition
2    Information Extraction: NLP: Pattern Matching (rule-based vs. ML-Verfahren)
3    Information Extraction: NLP: Informationsextraktion in rechtlich relevanten Texten
4    Information Extraction: NLP: Semantic Text Matching

5    Information Retrieval: Legal Data Sets: Bestehende Datensets und neue Möglichkeiten
6    Information Retrieval: Ontologien und Typen im Recht: Modellierung juristischer Konzepte
7    Information Retrieval: Entscheidungsunterstützung im Recht: Grundlagen, Umsetzung und Anwendung juristischer Expertensysteme

8    Artificial Intelligence: Entscheiden unter Unsicherheit: Probabilistische Logik (Fuzzy Logic)
9    Artificial Intelligence: Entscheiden als Prozess: Nicht-monotone Logiken und argumentative Logiken
10  Artificial Intelligence: Entscheiden als Modellierung: Repräsentation juristischer Sachverhalte
11  Artificial Intelligence: Predicting Legal Outcomes: Entscheidungsunterstützung durch Machine Learning
12  Artificial Intelligence: Explainable AI: Anwendungsgebiete im Recht

Datum (Blockveranstaltung TUM und LMU)

  • Vorbesprechung: 27.06.2018 von 16:00 - 17:00 Uhr in 01.10.011
  • Kick-Off: 02.08.2018
  • Zwischenevaluation der Seminararbeit und Präsentation nach Absprache (Anfang/Mitte September)
  • Blocktermine: TBD

Informationen bezüglich ECTS Umfang

Die benötigten ECTS für ein Seminar unterscheiden sich je nach Studiengang und Studienordnung. Da aus organisatorischen Gründen lediglich eine Veranstaltung angeboten werden kann, wurde das Seminar auf 4 ECTS festgelegt. Nichtsdestotrotz können Studenten, die 5 ECTS benötigen, am Seminar teilnehmen und erhalten 5 ECTS. Studenten mit 5 ECTS bekommen einen höheren Workload zugewiesen. Konkret muss eine etwas längere (60 Minuten) Seminarsitzung (Präsentation, Demonstration und Diskussion) gestaltet werden, als dies bei Studenten mit 4 ECTS der Fall ist (50 Minuten). Des weiteren umfasst die Ausarbeitung bei Studenten mit 5 ECTS 15 Seiten anstatt 12 Seiten. Dadurch kann zwischen Studenten die 4 ECTS und 5 ECTS erhalten unterschieden werden.

Files and Subpages

Name Type Size Last Modification Last Editor
180628 Glaser LegalTech Seminar Vorbesprechung.pdf 12,71 MB 29.06.2018
Handout Short.pdf 64 KB 29.06.2018
Handout.pdf 142 KB 29.06.2018