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Accountability Workshop (April 2016)

Last modified by Florian Matthes Feb 8

Zeit und Ort

Donnerstag, 28. April 2016 von 13:00 - 17:00 Uhr

im Sitzungssaal 2 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Alfons-Goppel-Str. 11 (Residenz), D-80539 München

Inhalt

Accountability ist ein bekanntes und wichtiges Thema für Unternehmen und Organisationen. Davon betroffen ist unter anderem Haftung und Zuständigkeit auf Produkt- und Prozessebene und ist maßgeblich juristischen Regelungen unterworfen. Die Digitalisierung wirft für Accountability grundlegend neue Fragestellungen auf, zum Beispiel:

  • Wer haftet für die Entscheidungen eines autonom fahrenden Automobils?

  • Wie beeinflussen IT Systeme Accountability und wie beeinflussen Accountability-Anforderungen im Gegenzug IT Systeme?

  • Wie kann Gesetzgebung, z.B. das BDSG, in ein IT System gegossen werden und kann dieser Prozess durch IT Systeme unterstützt oder sogar automatisiert werden?

Diskutieren Sie mit uns über relevante und verwandte Fragestellungen und über Herausforderungen in Industrie und Praxis. Dieser interdisziplinäre Workshop bietet ein Forum für den Austausch von Problemstellungen und Lösungsansätzen aus unterschiedlichen Disziplinen zum Thema Accountability. Wir werden insbesondere die folgenden Sichtweisen auf Accountability thematisieren:

1. Produkt-Accountability: z.B. Security, Privacy & Safety als auch Haftungsfragestellungen bei autonom agierenden Systemen.

2. Prozess-Accountability: z.B. Compliance-Anforderungen an Software in Banken und Versicherungen

3. Juristische Expertise: z.B. offene Problemstellungen der Accountability und immer feingranularer werdende Regulierungen von Finanzgeschäften

Ziele

Der Workshop soll das Verständnis von Accountability in unterschiedlichen Domänen aufzeigen und deren wichtigste Bedarfe und vorhandene Lösungen identifizieren. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wollen wir Forschungspotentiale und Anforderungen für zukünftige Accountability-Lösungen ableiten.

Das Ziel ist darüber hinaus ein Netzwerk aufzubauen mit praktischen Erfahrungen insbesondere aus Disziplinen mit Bezug zu Accountability-Fragestellungen.

Diese Aspekte sollen während des Workshops diskutiert und in einem Whitepaper mit dem Title "Accountability: Aktuelle Herausforderungen in der Praxis" festgehalten werden. Alle Teilnehmer des Workshops sind eingeladen an diesem Whitepaper mitzuwirken.

Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei, jedoch auf 20 Teilnehmer begrenzt.

Bitte Mail an: Bernhard Waltl (b.waltl@tum.de) oder Severin Kacianka (kacianka@in.tum.de)

Leiten Sie den Aufruf zur Teilnahme auch gerne an interessierte Kollegen weiter.

A G E N D A

12:30 - 13:00: Rezeption

13:00 - 13:15: Begrüßung (Prof. Matthes und Prof. Pretschner)

13:15 - 13:30: Impulsvortrag I (zugesagt: Prof. Dr. Riehm)

13:30 - 13:45: Impulsvortrag II (angefragt: Dr. Dennler, Deloitte Legal)

13:45 - 14:30: Offene Diskussion I

14:30 - 15:00: KAFFEE

15:00 - 16:30: Offene Diskussion II

ab 16:30: Get-together

 

Keynotes

1. Keynote Prof. Thomas Riehm

Titel: Autonome Systeme im rechtsfreien Raum?

Abstract: Die Entwicklung der Rechtsordnung hält mit neuen technischen Entwicklungen nicht immer Schritt. Besondere Herausforderungen ergeben sich durch immer komplexer gesteuerte Systeme, deren Verhalten von ihren Betreibern nicht mehr en detail kontrolliert werden können und daher in gewisser Weise autonom und nicht vorhersehbar agieren. Das reicht vom algorithmisch gesteuerten Hochfrequenzhandel an der Börse über autonom fahrende Kraftfahrzeuge bis zu autonom fliegenden Paket- oder gar Kampfdrohnen. Die Keynote zeigt die rechtlichen Fragen auf, die sich durch solche Systeme im Hinblick auf Haftung Zurechnung ergeben, und erwägt rechtliche Anforderungen an die Ausgestaltung ihrer Algorithmen im geltenden und zukünftigen Recht.

Kurzbiographie: Prof. Dr. Thomas Riehm ist seit 2013 Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtstheorie an der Universität Passau. Nach einer Tätigkeit in der IT u.a. als Programmierer und Netzwerkadministrator an den Universitäten Ulm und München absolvierte er seine juristischen Staatsexamina in München und promovierte und habilitierte sich - nach einem zweijährigen Forschungs- und Lehraufenthalt in Paris - ebendort bei Prof. Dr. Dr. h.c.mult.
Claus-Wilhelm Canaris. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im deutschen und europäischen Vertrags- und Schuldrecht sowie in der gerichtlichen und außergerichtlichen Streitbeilegung. Sein besonderes Interesse gilt der Anwendung der tradierten Rechtsvorschriften auf "neue" Sachverhalte, insbesondere im IT-Bereich. Auf diesem Gebiet ist er auch als Gutachter und Schiedsrichter praktisch tätig.

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